Texte von Uri Avnery
Feb 18, 2012
NACH DER Gründung Israels erschien Gott dem David Ben Gurion und sagte zu ihm: „Du hast für mein auserwähltes Volk in meinem Heiligen Land einen Staat geschaffen. Du verdienst eine große Belohnung. Sag mir, was du wünschst – und ich werde es gewähren“.
Feb 11, 2012
ANSCHEINEND GIBT es keine Grenzen für das Unheil, das die Stadt Hebron verursacht.
Dieses Mal ist der Grund so unschuldig, wie er nur sein kann: die organisierten Besuche von Schulkindern zur Machpela-Höhle, in der unsere Vorfahren angeblich beerdigt wurden.
Von Rechts wegen sollte Hebron ein Symbol für Brüderlichkeit und Versöhnung sein. Die Stadt ist verbunden mit der legendären Person von Abraham, dem Vorfahren von Hebräern und Arabern. Tatsächlich bedeutet der Name selbst „Freundschaft“: der hebräische Name Hebron hat dieselbe Wortwurzel wie „haver“ – Freund, Kamerad, während der arabische Name der Stadt – al-Khalil – „Freund“ bedeutet. Beide Namen sprechen davon, Abraham sei der Freund Gottes.
Feb 1, 2012
Am letzten Montag wurde ich für mein „Lebenswerk“ mit dem Leibowitz-Preis ausgezeichnet.
Der Preis war von der Yesh Gvul-Friedenssoldaten-Organisation initiiert. Ich war nicht in der Lage, eine Rede vorzubereiten. Also sprach ich frei und muss nun meine Bemerkungen aus dem Stegreif rekonstruieren. (die Laudatio der Nobelpreisträgerin Prof. Ada Yonat war viel zu viel des Lobs, um sie zu verbreiten).
Jan 28, 2012
DAS UNMÖGLICHE ist geschehen. Das ägyptische Parlament, demokratisch von einem freien Volk gewählt, hat sich zu seiner 1. Sitzung zusammen gefunden.
Für mich war das ein wunderbares, freudiges Ereignis.
Für viele Israelis war dies ein beunruhigender, ein bedrohlicher Anblick.
Jan 21, 2012
“ISRAEL HAT keine Außenpolitik, es hat nur eine Innenpolitik,” bemerkte Henry Kissinger einmal.
Dies hat vielleicht für jedes Land mehr oder weniger gegolten– seitdem es die Demokratie gibt. Doch in Israel scheint dies noch mehr zuzutreffen. (Ironischerweise könnte fast gesagt werden, dass die US keine Außenpolitik hat, nur eine israelische Innenpolitik .)
Um unsere Außenpolitik zu verstehen, müssen wir in den Spiegel schauen. Wer sind wir?
Wie sieht unsere Gesellschaft aus?
Jan 14, 2012
“LEUCHTENDE FACKEL” klingt wie der Name eines Indianerhäuptling ( oder sollte man sagen eines eingeborenen amerikanischen Häuptlings ?) Im Hebräischen ist dies der Name unserer letzten politischen Sensation: Ja’ir Lapid.
In dieser Woche verkündete er seine Absicht, in die Politik zu gehen und eine neue politische Partei zu gründen.
Jan 7, 2012
GIBT ES keine Grenze für die Niederträchtigkeit der Hamas ? Anscheinend nicht.
In dieser Woche tat sie etwas nahezu Unverzeihliches.
Sie stahl einen Krieg.
SEIT EINIGEN Wochen hat unser fast neuer Generalstabschef Benny Gantz bei fast jeder möglichen Gelegenheit verkündet, ein neuer Krieg gegen den Gazastreifen sei unvermeidbar. Mehrere Kommandeure der Truppen rund um den Gazastreifen haben diese schlimme Voraussage wiederholt wie auch ihre Anhänger, die sogenannten Militär-kommentatoren.
Dec 31, 2011
WENN ISLAMISTISCHE Bewegungen in der Region zur Macht kommen, sollten sie ihre Dankesschuld dem gegenüber abtragen, der ihnen ein Gräuel ist, Israel.
Ohne die aktive oder passive Hilfe von auf einander folgenden israelischen Regierungen wären sie nicht fähig gewesen, ihre Träume zu verwirklichen.
Das gilt für Gaza, Beirut, Kairo und sogar für Teheran.
Dec 24, 2011
DER NAME von Munib al-Masri ist vor kurzem als möglicher Kandidat für den Posten des Ministerpräsidenten einer palästinensischen nationalen Einheitsregierung aufgetaucht. Da er weder ein Mitglied von Fatah noch von Hamas ist, ist er für beide annehmbar.
Al-Masri selbst verneint solche Ambitionen. Er sagt, er sei zu alt (77) und dass eine jüngere Generation Palästinenser nun an der Reihe sei.
Er sagte auch, er sei ganz zufrieden mit seiner augenblicklichen Situation.
Kein Wunder!
DIE WESTBANK-Stadt Nablus liegt eingebettet im Tal zwischen zwei hohen Bergen, dem Ebal und dem Garizim. Der Garizim ist der berühmtere, weil er für das samaritanische Volk heilig ist, da es glaubt, Gott habe den Israeliten befohlen, seinen Tempel dort zu bauen. Für sie ist Jerusalem nur eine Anmaßung.
Dec 17, 2011
Ein altgedienter israelischer Aktivist warnt vor ‚neo-faschistischer’ Rechtssprechung.
http://www.haaretz.com/weekend/week-s-end/veteran-israeli-actvist-warns-against-neo-fascist…
Uri Avnery, dessen Hoalam Hazeh-Magazin das Ziel von anti-verleumderischer Rechtssprechung war, sagt, die augenblickliche ‚anti-demokratische’ Welle von Gesetzesvorschlägen wird alle Schichten der Gesellschaft treffen – und die Medien tun nicht viel, der Situation abzuhelfen.
Von Ofra Edelman, Haaretz, 9.12.2011