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Feb 8, 2010

Das unanständige Wort

Die Hoffnung auf Frieden ist so oft hoch gekommen und so viele Male in tausend Stücke zerschlagen worden, dass die Hoffnung selbst schon Verdacht und Ängste verursacht. Was war mit der größten Hoffnung geschehen, dem Oslo-Abkommen und dem historischen Händeschütteln 1993? Was war bei der triumphalen Reise des Ehud Barak nach Camp David 2000 geschehen? Man kann von gewöhnlichen Leuten nicht erwarten, dass sie untersuchen, was dort wirklich geschehen ist, und wem man die Schuld geben muss. Sie sehen nur die klaren Fakten: wir hofften auf Frieden, wir bekamen Krieg.




Jan 30, 2010

Hier kommt der mächtigste Führer der Welt und sagt: ich hatte Unrecht. Ich begriff es nicht. Ich habe versagt. Ein ganzes Jahr lang habe ich auf dem Weg zu einer Lösung des israelisch-palästinensischen Konfliktes keinen Fortschritt erreicht. Schaut, wie ehrlich ich bin! Schaut, wie ich bereit bin, Fehler einzugestehen!

 

Das ist eine Unverschämtheit. Das ist unverschämt, weil wegen dieses „Fehlers“ ein ganzes Jahr verloren gegangen ist, ein ganzes Jahr, in dem 1,5 Millionen Menschen im Gazastreifen, Männer, Frauen und Kinder größte Entbehrung erlitten haben, viele von ihnen ohne genügend Nahrung, viele von ihnen ohne Unterkunft in Kälte und Regen. Ein ganzes Jahr, in dem in Ost-Jerusalem mehr als hundert palästinensische Häuser zerstört wurden, während neue jüdische Hausprojekte mit großer Geschwindigkeit in die Höhe schossen. Ein ganzes Jahr, in dem die Westbanksiedlungen vergrößert, Apartheidstraßen gebaut und durch Siedler Pogrome durchgeführt wurden, die man „Preisschild“ („Price tag“) nennt. (Es bedeutet: das ist der Preis für die Demolierung eines Hauses in einem Außenposten).

 

Mit allem Respekt, Herr Präsident, hier genügt das Wort „Fehler“ kaum.




Jan 23, 2010

Zu Anfang der Besatzung entdeckte der damalige Verteidigungsminister Moshe Dayan, dass die Besatzung wirklich eine ideale Situation sei. Sie gibt dem Besatzer absolute Herrschaft ohne irgendeine Verpflichtung, ohne den Bewohnern irgendwelche Staatsbürgerrechte zuzugestehen. Wenn Israel die Gebiete annektieren würde, würde es entscheiden müssen, was es mit der Bevölkerung macht.

…….

 

Ein Besatzungsstatus löst all diese Probleme. Die Bewohner der besetzten Gebiete haben de facto überhaupt keine Rechte – weder national, noch als Bürger oder als Mensch. Die israelische Regierung baut überall, wo es ihr gefällt, Siedlungen hin – entgegen dem Völkerrecht und nun errichtet sie auch noch eine Universität dort.




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Der Frieden zwischen Israel und Palästina ist möglich !!

Uri Avnery vertritt seit 1948 die Idee des israelisch-palästinensischen Friedens und die Koexistenz zweier Staaten: des Staates Israel und des Staates Palästina, mit Jerusalem als gemeinsamer Hauptstadt. Uri Avnery schuf eine Weltsensation, als er mitten im Libanonkrieg (1982) die Front überquerte und sich als erster Israeli mit Jassir Arafat traf. Er stellte schon 1974 die ersten geheimen Kontakte mit der PLO-Führung her.

 

Uri Avnery ist Gründer der Bewegung Gush Shalom. Der Publizist und langjährige Knesset-Abgeordnete Avnery, 1923 in Beckum geboren und 1933 nach Palästina ausgewandert, gehört seit Jahrzehnten zu den profiliertesten Gestalten der israelischen Politik. Er ist durch seine kämpferisch-kritische Begleitung der offiziellen israelischen Regierungspolitik weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt geworden. Für sein Engagement für den Frieden im Nahen Osten sind ihm zahlreiche Auszeichnungen zuerkannt worden, unter anderen der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück (1995), der Aachener Friedenspreis (1997), der Bruno Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte (1997), der Alternative Nobelpreis (2001) sowie der Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg (Mai 2002).

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